Fähigkeiten als »Retter« konnten selbst ausprobiert werden

Bürger im Kontakt mit Blaulichtorganisationen – Gewerbeverein zieht positives Fazit der Aktion »Retter–Helfer–Helden«

Unter dem Motto »Retter – Helfer – Helden« stand am Wochenende die dritte Auflage des Herbstmarkts im Gewerbegebiet West. Auf dem Parkplatz der Wohnmaxx-Filiale in der Philipp-Reis-Straße präsentierten sich die Feuerwehr Gießen, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Arbeiter Samariter Bund (ASB) gemeinsam mit der Aktion BOB der Polizei und DEKRA an Ständen sowie in Bühnengesprächen und Vorführungen.Wenngleich der große Andrang am Samstag ausblieb, zog Michael Kosmider vom federführenden Gewerbeverein Gießen West am Ende ein positives Fazit. »Alle Organisationen haben mitgezogen«, hob er hervor. Die Aktion werde im nächsten Jahr wiederholt. »Wir wollen Kontakt herstellen zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen und den Bürgern «, erklärte Kosmider. Die Veranstaltung brauche jedoch Zeit, um sich allmählich zu etablieren. »Unser Ziel ist es auch, Menschen für die einzelnen Organisationen zu gewinnen.« Im nächsten Jahr werde die Bühne nicht mitten auf der Philipp-Reis-Straße positioniert, hielt er weiter fest. Die Straße müsse dann nicht wie am Samstag für den Straßenverkehr gesperrt werden. Gäste nutzten die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten als Helfer und Retter selbst auszuprobieren – unter anderem auch im Umgang mit Feuerlöschern. Ein Höhepunkt war die Simulation eines Verkehrsunfalls, bei der die Feuerwehr – unterstützt von Helfern des Roten Kreuzes und der Johanniter – Werkzeuge wie Rettungs-Spreizer und Rettungs–Schere einsetzte, um eine in einem Fahrzeug eingeklemmte Person zu befreien. Eine Menschentraube bildete sich auch während einer Demonstration der Hundestaffel des ASB. Das Binden von Seemannsknoten und das Werfen des Rettungsrings lernten die Besucher bei der Kreisgruppe der DLRG. Darüber hinaus waren Einsatzwagen des Deutschen Roten Kreuzes zu begutachten. Aniela Fischer erklärte dort, in Notfällen sei der größte Fehler, nichts zu unternehmen. »Viele Menschen trauen sich nach Unfällen nicht, zu helfen. Aber falsch machen kann man nicht viel.« Auf einer Bühne führten Franz Koch und Martin Lutz Gespräche mit Vertretern der Hilfsorganisationen. So räumte Ferdinand Even von der DLRG ein, Nachwuchssorgen habe jeder Verein. »Besonders ab dem Alter der Pubertät wird es schwierig.Viele haben dann andere Interessen.« Die anwesenden Helfer nutzten die zwischenzeitlichen Besucherflauten, um sich untereinander auszutauschen und um sich Basketbälle zuzuwerfen. Am Abend spielte zum Schluss die Band Superphonix auf.
Quelle: Giessener Allgemeine 21.09.2010 (srs)